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Was der mnemotechnik recht ist, ist den algorithmen billig. und dem artisten wohlfeil. blut macht alle froh.
Wenn wir im täglichen Leben Dinge sehen, die klein, gewöhnlich und banal sind, können wir uns in der Regel nicht an sie erinnern, denn der Geist ist nicht von etwas Neuem und Wunderbaren angestoßen. Wenn wir aber etwas außer-gewöhnlich Niedriges, Schändliches, Ungewöhnliches, Großes, Unglaubliches oder Lächerliches sehen, wird sich dieses unserem Gedächtnis für lange Zeit einprägen. (…) Wir sollten also solche Bilder wählen, die am längsten im Gedächtnis haften. Dafür müssen wir möglichst auffallende Vergleiche suchen und also Bilder wählen, die nicht stumm und vage sondern aktiv wirksam sind (si non mutas ac vagas sed aliquid agentes imagines ponemus). Wir müssen diese Bilder mit außergewöhnlicher Schönheit ausstatten oder mit einzigartiger Häßlichkeit, wir müssen sie prunkvoll einkleiden in Krone und Purpur oder verunstalten mit Blutflecken, Schlammspuren oder greller roter Farbe.
Rhetorica Ad Herennium, III, XXII, hg. nov Theodor Nüßlein, Zürich, 1994

