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Das Gedächtnis der Dinge.
Von den alltäglichen und intimen Gerätschaften wie Bett und Stuhl, Eß- und Waschgeschirr, Kleidung und Werkzeug, bis hin zu Häusern, Dörfen und Städten, Straßen, Fahrzeugen und Schiffen ist der Mensch seit alters von Dingen umgeben, in die er seine Vorstellungen von Zweckmäßigkeit, Bequemlichkeit und Schönheit, und damit in gewisser Weise sich selbst investiert. Daher spiegeln die Dinge ihm ein Bild seiner selbst wider, erinnern ihn an sich, seine Vergangenheit, seine Vorfahren usw. Die Dingwelt in der er lebt, hat einen Zeitindex, der mit der Gegenwart zugleich auch auf verschiedeneVergangenheitsschichten deutet.
Jan Assmann, Das kulturelle Gedächtnis, 20